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2.5 Assessment Center: Allgemein

Nun ist es fast geschafft: Der Test bestanden, das Gespräch erfolgreich gemeistert und was folgt ist die Einladung zum Assessment Center, im weiteren als AC abgekürzt.

Grob gesagt ist ein AC ein Verfahren, bei dem ihr mehrere Aufgaben in Gruppen, Paaren und alleine lösen müsst und dabei von 2-5 Personen beobachtet und bewertet werdet.

Ablauf
Ein AC findet meist mit 4-6 Teilnehmern statt. Die Aufgaben sind unterschiedlich, aber meist gibt es ein 'Verkaufsgespräch', eine Gruppendiskussion und eine Präsentation.
Die Zuschauer stammen entweder aus dem Unternehmen oder von einer angestellten Firma und agieren meist nur als stumme Beobachter.

Aus der Sicht des Unternehmens
Das AC ist für das Unternehmen die Möglichkeit, euch auch im Umgang mit Gleichaltrigen zu sehen. Besitzt ihr wirklich die Teamfähigkeiten, die ihr vielleicht im Vorstellungsgespräch so hervorgehoben habt? Seid ihr eventuell herablassend, schüchtern, herrisch? Während der Gruppenaufgabe kann man sehr gut sehen, wie teamfähig jemand ist und ob er versteht, sich einzubringen, aber auch die Art seiner Beiträge wird bewertet.

Genaueres
Assessment Center können ein bis drei Tage dauern oder Teil von mehrtägigen Events sein. Sie gehen über mehrere Stunden.
Ihr bekommt die Aufgaben gestellt (zu denen mehr in den nächsten Blogposts) und habt meist eine kurze Vorbereitungszeit. Vor dem Verkaufsgespräch beispielsweise eine Viertelstunde, um euch Argumente zurechtzulegen und euch ein Konzept zu überlegen.
Zwischendurch kommt es immer wieder zu längeren Wartezeiten, während die Beobachter sich besprechen oder die nächsten Aufgaben vorbereiten. Da man allerdings in einer kleinen Gruppe wartet, kann man die Zeit sehr gut mit Gesprächen füllen. Hätten die Leute vom Unternehmen damals zuhören können, hätten sie es sich vielleicht nochmal überlegt mit uns ;) Seid also nicht zu laut und geht nicht an allzu heikle Themen.
Vor den Aufgaben gibt es meist eine Vorstellungsrunde, in der ihr die Beobachter und eure Mitbewerber kennenlernt.

Danach
Bei mir war es so: Ist das Assessment Center vorbei, wird noch vor Ort die Entscheidung gefällt. Mit jedem Bewerber wird ein persönliches Gespräch geführt, in dem ihm mitgeteilt wird, ob ihm ein Vertrag unterbreitet wird oder nicht und welche Gründe zu dieser Entscheidung führten.
Bei einer Absage erhält er/sie konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge, es werden auch konkrete Situationen genannt, in denen er anders reagieren oder sich einbringen sollte.
Auch bei einer Zusage erhält man noch Feedback, wo Verbesserungsbedarf besteht, aber gleich im Anschluss wird ein vorläufiger Vertrag unterbreitet und die nächsten Schritte besprochen. Damit habt ihr schon ein Stellenangebot sicher. Es steht euch natürlich frei, bei vielen anderen Firmen auch noch Assessment Center zu besuchen, denn mit dem vorläufigen Vertrag ist die finale Entscheidung noch nicht gefallen - doch dazu nach der AC-Serie mehr!

Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.

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Eigene Erfahrung: Einstellungstest und Vorstellungsgespräch

Nun wo ich schon einiges allgemeines zu Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen geschrieben habe, möchte ich auch gerne von meiner persönlichen Erfahrung erzählen.

Ich bin nicht unbedingt ein Selbstvertrauen verströmender Mensch, der andere sofort für sich einnimmt, aber ich kann mit Worten umgehen und denke meist nach, bevor ich etwas sage (zumindest wenn es darauf ankommt).

Als ich wusste, dass ich ein duales Studium angehen wollte und auch, welche Richtung es sein sollte, informierte ich mich und fand doch immer nur die gleichen Phrasen und wenige Erfahrungsberichte - das wird hoffentlich mit diesem Blog geändert.

Ich bewarb mich erst nur bei einem einzigen, großen Unternehmen und nach der Absage (das lief alles sehr schnell, nach zwei Wochen war ich schon abgelehnt), verschickte ich 5-6 Bewerbungen.

Die Einstellungstests machten mir keine Probleme, im Gegenteil: meist verließ ich sie mit einem schlechten Gefühl, hatte aber doch bestanden. Wer sich halbwegs gut vorbereitet und in der Schule gut aufgepasst hat, sollte nichts zu befürchten haben.

Bei meinem ersten Vorstellungsgespräch war ich ein schreckliches Nervenbündel, konnte die Hände nicht ruhig halten und habe nicht immer bedacht geantwortet. Der Personaler war von der Sorte Fährtenhund oder eher -wolf. Er suchte gezielt nach Schwächen der Bewerber, versuchte, sie zu unbedachten Antworten zu bringen - und war meist erfolgreich. Er beeindruckte mich sehr mit diesem Gespür, und natürlich fand er auch etwas bei mir und stürzte sich regelrecht darauf. Vermutlich war das Gespräch da schon gelaufen. Ich gab ein paar dumme Antworten und rückblickend hätte ich mich wohl selbst auch nicht eingestellt. Jedenfalls erhielt ich schnell darauf besagte erste Absage.

Danach war es besser - mein nächstes Gespräch war ganz anders, in entspannter Atmosphäre und ruhig, man suchte nach Stärken und nicht nach Fehlern und am Ende erhielt ich konstruktives, ehrliches Feedback mit Hinweisen, wie ich in Zukunft besser auftreten könnte.
Hier erhielt ich gleich im Anschluss die Entscheidung - eine Runde weiter.

Und es stimmt, was man liest: etwas Übung schadet nicht und man wird von Gespräch zu Gespräch sicherer.

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2.4 Vorstellungsgespräch Teil 2

Was ziehe ich nur an?
Die Kleidung ist einer der Faktoren, die den ersten Eindruck prägen. Gerade im Vorstellungsgespräch kann es nicht schaden, sich so gut wie möglich zu präsentieren. Wieder gilt: bleibt natürlich.
Bei Berufen in der Bankwirtschaft bietet sich sehr förmliche Kleidung an: Männer im Anzug, Frauen im Kostüm. In anderen Bereichen sollte es nicht ganz so genau zugehen, aber trotzdem hat der Anzugträger dem Mitbewerber im Pullover meist etwas voraus.
Es gilt: dem Berufswunsch angemessen, lieber etwas feiner anziehen als nötig.

Das Auftreten
Vermutlich werdet ihr nervös sein, aber wichtig ist, dass man es euch nicht auf den ersten Blick ansieht.
Bei meinem ersten Vorstellungsgespräch konnte ich die Hände absolut nicht stillhalten, was vermutlich der Hauptgrund war, mir eine Absage zu geben.
Das ideale Bewerberbild ist das eines entspannten, offenen, freundlichen, fachkundigen Menschen. Um euch vorzubereiten könnt ihr auch zu Hause mit Freunden oder Familie die möglichen Fragen mehrmals durchgehen, oder ihr erzählt euch vor dem Spiegel eure Stärken und Schwächen. Seid auf jeden Fall selbstbewusst und zeigt, dass ihr genau der oder die Richtige für diesen Job seid.

Bei vielen (wie auch mir) ist eine wichtige Frage: wohin mit den Händen?
Legt sie locker auf die Oberschenkel oder den Tisch, ebenso könnt ihr sie verschränken oder ineinander legen. Versteckt sie nicht unter der Tischplatte oder in den Hosentaschen und sucht nicht nach ständiger Beschäftigung.

Jedes Vorstellungsgespräch ist anders
Es gibt immer sehr unterschiedliche Möglichkeiten für den Verlauf der Gespräche, hier eine Auswahl, was passieren könnte:

Personaler:

  • sucht aktiv nach euren Fehlern und nach Gründen, euch nicht einzustellen
  • möchte bloß ein entspanntes Gespräch und euch kennenlernen
Mitbewerber:
  • das Gespräch führt ihr allein mit 2-3 Mitarbeitern der Firma
  • es werden noch mehrere andere Bewerber gleichzeitig interviewt (eines meiner Gespräche fand mit drei anderen statt)
Sprachen:
  • während des Gesprächs wechselt euer Gesprächspartner z.B. ins Englische (kann bei größeren, international agierenden Unternehmen vorkommen)
  • ihr unterhaltet euch ausschließlich auf Deutsch

Was passiert danach?
Ob ihr eine Zusage oder Absage erhaltet, erfahrt ihr meist gleich im Anschluss an das Gespräch, oder aber wenige Tage später schriftlich.
Bei einer Absage nehmt ihr etwas sehr wichtiges mit: Erfahrung und mehr Sicherheit im nächsten Gespräch.
Bei einer Zusage kommt der nächste Schritt: das Assessment Center. (manche Unternehmen unterbreiten auch schon nach dem Gespräch einen Vertrag, andere haben kein Gespräch sondern nur das AC.) Darum wird es im nächsten Beitrag gehen.

Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.

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2.4 Vorstellungsgespräch Teil 1: Vorbereitung

Von manchen Unternehmen wird der Schritt des Einstellungstests gleich übersprungen, manche haben schon das Vorstellungsgespräch aus ihrer Reihe gestrichen. In den meisten Unternehmen ist es allerdings noch fester Bestandteil des Bewerbungsverfahrens.

Ihr habt nun also eure Einladung erhalten. In dem entsprechenden Brief wird euch Datum, Zeit und Ort genannt. Passt euch der Tag nicht, meldet euch sofort bei der Firma und legt einen neuen Termin fest. Solltet ihr nicht teilnehmen wollen, schickt auf jeden Fall eine Absage.

Aus der Sicht der Firma
Für euren (vielleicht) zukünftigen Arbeitgeber ist das Vorstellungsgespräch eine wichtige Möglichkeit, euch kennenzulernen. Es müssen viele Aspekte betrachtet werden.
Hat der Bewerber die fachliche Eignung?
Wie geht er mit Menschen um?
Würde er gut in das Team passen?
Das Vorstellungsgespräch ist nicht nur für euch wichtig und die meisten Firmen werden versuchen, euch kennenzulernen, um euch besser einschätzen zu können.

Wie bereite ich mich vor?
Bewerbungsgespräche sind firmenabhängig sehr unterschiedlich. Bei manchen Firmen kann es vorkommen, dass ihr mit sehr detaillierten Fragen über ihre Produkte, Marktposition und Geschichte konfrontiert werdet. 
Es bietet sich auf jeden Fall an, sich noch einmal mit der Firma, bei der man sich beworben hat, auseinanderzusetzen. Was interessiert euch an der Arbeitsstelle, was an dem Unternehmen? Was sind ihre wichtigsten Produkte oder ihr Alleinstellungsmerkmal? Gibt es vielleicht sogar Fragen, die ihr den Mitarbeitern stellen wollt? Sowas zeigt immer Interesse und Initiative.

Außerdem ist es wichtig, sich auf Fragen vorzubereiten, die typischerweise in Bewerbungsgesprächen gestellt werden.

  • Was sind deine größten Stärken/Schwächen?
  • Wie arbeitest du unter Stress?
  • Warum hast du dich bei unserem Unternehmen beworben?
Auf dieser Seite findet ihr viele solcher Fragen und wie ihr darauf antworten könnt, ein weiterer Fragenkatalog findet sich hier.
Es ist wichtig, dass ihr natürlich bleibt, aber euch auch nicht zu schlecht darstellt. Oft wird auch angeraten, eigentliche Stärken als Schwächen auszugeben. ("Ich bin ungeduldig und kann unerledigte Arbeit einfach nicht rumliegen lassen, sondern muss sie einfach machen.") 
Überlegt euch genau, was ihr bei Stärken und Schwächen angeben wollt.

Im nächsten Blogpost werde ich darauf eingehen, wie ihr euch verhalten und kleiden könnt und was nach dem Gespräch passiert.

Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.

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2.3 Einstellungstest

Ihr habt die Bewerbungen abgeschickt und langsam trudeln die Reaktionen ein: Absagen oder Einladungen. Letzteres vermutlich für einen Einstellungstest.
Wollt ihr ein Duales Studium, so führt fast nichts an dieser Abfolge vorbei: Bewerbung, Test, Gespräch, Assessment Center.

Habt ihr eine Einladung für den Einstellungstest erhalten und ihr könnt ihn nicht wahrnehmen, dann teilt das dem Unternehmen mit. Auch eine Teilnahmebestätigung kommt gut an und kann noch letzte offene Fragen klären.

Die Fragen
Zum Üben von Bewerbungstests gibt es dutzende Internetseiten, nach einiger Recherche empfehle ich diese sehr ausführliche Seitesowie einige andere. So etwas wie 'zu viel Vorbereitung' kann es schließlich gar nicht geben.  
Die Fragen decken meist viele Teilbereiche ab, so kommt zumeist ein umfangreicher Mathematik-Teil, Allgemeinwissen, Deutsch, Logik, evtl. auch Englisch. Bei manchen Unternehmen werden auch fachspezifische Fragen gestellt, Bankanwärter sollten sich also mit Wirtschaftsfragen auskennen, Informatiker mit grundlegenden IT-Strukturen, Gerätschaften, Namenskürzeln, etc.

Ablauf
Ihr werdet euch vermutlich mit einer ganzen Reihe anderer gleichaltriger Bewerber, evtl für andere Studienrichtung am besagten Tag einfinden (20-40 Leute sind üblich). Dann empfangen euch ein oder mehrere Mitarbeiter und ihr kommt in den Prüfungsraum.
Der Test kann entweder am PC oder klassisch mit Zettel und Stift erfolgen. Manche Tests gehen über mehrere Stunden und die einzelnen Teilbereiche sind zeitlich sehr knapp bemessen. Bei anderen Tests könnt ihr euch so viel Zeit nehmen, wie ihr wollt. Genaueres werdet ihr meist erst vor Ort erfahren.

Danach
Bei den meisten Tests ist es üblich, einige Tage später zu erfahren, ob man bestanden und den nächsten Bewerbungsschritt erreicht hat. Hier gilt wieder: Däumchen drehen. Habt ihr bestanden, dann folgt das Vorstellungsgespräch, der Termin wird euch meist gleich in dem Brief mitgeteilt, der auch das Bestehen des Tests verkündet.
Ich habe es allerdings auch schon erlebt, dass Einstellungstest und Vorstellungsgespräch am gleichen Tag stattfinden - dies ist für die Unternehmen kompakter und spart Zeit, ist für die Bewerber aber sehr anstrengend.
Manche Unternehmen gestalten gar mehrtägige Events, auf denen zum Teil auch gleich noch das Assessment Center hinterher veranstaltet wird. Die Informationen dazu werden allerdings in den Einladungen zum Test festgehalten, es kommen also keine Überraschungen auf euch zu.


Wichtig
  • klärt vorher ab, ob Taschenrechner erlaubt sind
  • genug Stifte mitnehmen
  • nicht selbst unter Druck setzen

Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.

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    2.2 Bewerbung Teil 2: Das Anschreiben

    In einem Anschreiben stellt ihr euch einem Unternehmen vor, erklärt, warum ihr ausgerechnet in dieser Firma arbeiten wollt und warum ihr besonders geeignet für die Stelle seid.


    Das Anschreiben sollte nicht mehr als eine A4-Seite füllen, einseitig beschrieben und in einer lesbaren Schriftgröße/-art gehalten sein. Wählt lieber eine traditionellere Schriftart (Arial, Times New Roman).


    Die Form dieses Dokuments ist größtenteils vorgeschrieben:

    • rechts oder links oben die eigenen Kontaktdaten
    • links oben die Anschrift des Empfängers
    • rechtsbündig das Datum
    • optional: über der Anrede könnt ihr einen Betreff/ ein Thema für euer Schreiben benennen
    • Anrede
    • Einleitung, Hauptteil, Schlussteil
    • Verabschiedung
    • Name (darüber Unterschrift)


    Betreff/Thema
    Ist zu empfehlen, kann aber auch weggelassen werden. Es sollte nur ein kurzer Stichpunkt sein wie ‚Bewerbung für ein Duales Studium der Fachrichtung … in Ihrem Betrieb‘ oder noch kürzer.
    Dieses Thema hilft dem Empfänger, eure Einsendung zuzuordnen, erleichtert ihm also die Arbeit und schafft somit schonmal keinen schlechten Eindruck.


    Anrede
    Standard-Anrede, wenn ihr keinen Ansprechpartner im Betrieb kennt, lautet:
    Sehr geehrte Damen und Herren,


    Klingt zu unpersönlich? Dann hopp, ans Telefon oder ins Netz, und versucht, einen Namen zu erhalten, an den die Bewerbungen im Endeffekt gehen. Ihr könnt in der Firma anrufen und euch erkundigen, an wen ihr die Bewerbung schicken sollt – ich würde allerdings nicht empfehlen, nur dafür anzurufen. Es spricht allerdings nicht dagegen, anzurufen und auch weitere Fragen zu klären, wenn man zum Beispiel keinen Bewerbungsschluss finden konnte oder mehr Informationen zu den zu versendenden Dokumenten benötigt.
    Einen Ansprechpartner nennen zu können zeugt auf jeden Fall davon, dass ihr bereit seid, euch zu informieren. Ihr solltet allerdings die Priorität darauf nicht zu hoch legen – nur weil da ‚Sehr geehrter Herr Mustermann‘ steht, ist das längst keine Annahmegarantie.
    (ich habe immer nur an die Damen und Herren geschrieben und trotzdem Antworten bekommen :> )


    Einleitung
    Hier erklärt ihr, warum ihr euch auf diese Stelle bewerbt und wie ihr eventuell darauf aufmerksam geworden seid. Solltet ihr vorher mit eurem Ansprechpartner bereits telefoniert haben, könnt ihr euch auch darauf beziehen.
    Beispiele:
    ‚Hiermit möchte ich mich bei Ihnen für ein Duales Studium in der Fachrichtung x bewerben‘
    ‚Auf Ihrer Internetseite bin ich auf die Möglichkeit eines Dualen Studiums in Ihrem Betrieb aufmerksam geworden und übermittle Ihnen hiermit meine Bewerbungsunterlagen‘
    ‚Wie in unserem Telefonat vom 1.1.2012 besprochen sende ich Ihnen meine Bewerbung auf die Stelle als BA-Student der Fachrichtung x‘



    Hauptteil
    Wie seid ihr auf die Stelle aufmerksam geworden? Warum seid ihr dafür qualifiziert? Was interessiert euch an der Stelle?


    Wenn ihr ersteres schon in der Einleitung oder dem Telefonat geklärt habt, lasst es weg.
    Darauf folgen sollte eine Info über eure schulische Laufbahn, z.B. wann ihr euer Abi abgeschlossen habt oder haben werdet, eventuell so etwas wie FSJ, CSJ, Zivi, Wehrdienst, Ausbildung etc. erwähnen, wenn das Abi schon länger her ist.
    Im nächsten Absatz erklärt ihr, warum ihr für die Stelle qualifiziert seid. Erwähnt hierbei z.B. außerschulische Interessen, Leistungskurse, durchlaufene Weiterbildungen/Ausbildung, verantwortungsvolle Positionen und was euch vielleicht sonst noch zum perfekten Bewerber für diese Stelle macht.


    Es macht sich auch gut, unterzubringen, was euch von dem Betrieb überzeugt hat. War es das Engagement für die lokale Wirtschaft, eines ihrer Produkte, vielleicht auch eigene Erfahrungen mit der Firma oder ihren Produkten?
    Es zeigt, dass ihr euch mit eurem zukünftigen Arbeitgeber auseinandergesetzt habt und nicht das gleiche Anschreiben an zehn Betriebe schickt.


    Ich kann empfehlen, mal einen Blick auf diese Anschreibenbeispiele zu werfen. Stur abschreiben solltet ihr allerdings nicht.


    Schlussteil / Verabschiedung


    Schließt die Bewerbung hoffnungsvoll und positiv ab, Beispiele:
    ‚Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.‘
    ‚Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch von mir überzeugen zu können.‘
    Danach kommt ‚Mit freundlichen Grüßen‘, zwei Zeilen freilassen und darunter euren eigenen Namen. Nach dem Ausdrucken unterschreibt ihr in diesen Freizeilen.
    Hier und hier findet ihr ebenfalls gute Tipps zu Anschreiben.


    No-Gos:
    • Unterschrift vergessen
    • unsauberes Papier nehmen
    • Rechtschreib-/Grammatikfehler
    • gleiches Anschreiben an alle schicken oder
    • ein Anschreiben aus Versehen an die falsche Firma beilegen
    Was sonst in die Bewerbungsmappe gehört:
    Lebenslauf, Zeugnisse, Urkunden über Fortbildungen. Ein Foto ist mittlerweile nicht mehr nötig, der Arbeitgeber soll ja Objektivität wahren können. Das Anschreiben kommt nicht in die Mappe sondern wird oben drauf gelegt.


    Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.

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    2.2 Bewerbung Teil 1

    Ihr habt euch also ein paar Betriebe rausgesucht – super. Jetzt kommt der nächste Schritt: die Bewerbung.
    Was zuerst zu tun ist: informiert euch über die Website oder telefonisch bei der Wunschfirma, wie die Bewerbung eingeschickt werden soll und was sie beinhalten soll.

    • Online-Bewerbung
    Die Onlinebewerbung läuft je nach Firma unterschiedlich. Oft befüllt man das Formular nur mit seinen Daten, gibt die Noten seiner letzten Zeugnisse ein, manchmal auch den angestrebten Schnitt (wenn man noch mitten im Abi ist) und natürlich eine Kontakt-Mailadresse.
    Da man oft später trotzdem noch eine Bewerbungsmappe oder Zeugnisnachweise mitbringen muss, ist absolute Ehrlichkeit gefordert. Einem zukünftigen Arbeitgeber sofort mit einer Lüge (in Form aufgeschönter Noten) zu begegnen ist keine gute Grundlage, wenn ihr es auf eine Anstellung abgesehen habt.
    • Bewerbung auf dem Post-Weg
    Hierbei bereitet ihr eine Bewerbungsmappe mitsamt individuellem Anschreiben vor (Infos zum Anschreiben hier) und schickt dieses per Post an das Unternehmen. Es wird davon abgeraten, Bewerbungen per Express oder Einschreiben zu versenden.
    Hierbei macht es sich gut, sich im Vorhinein zu informieren, an welchen Mitarbeiter die Bewerbungen gehen, oft steht auch ein Ansprechpartner auf der Website, oder man ruft eben an. Denn kommt es über die normale Hauspost nur an eine Abteilung, läuft es unter Umständen länger durch das Unternehmen, als wenn ein konkreter Empfänger angegeben ist. Noch dazu zeigt es, dass ihr eure Hausaufgaben gemacht habt.
    (Bei manchen Firmen ist der Ansprechpartner z.B. direkt auf der Website zu finden.)


    Ist eure Bewerbung also weggeschickt, heißt es erst einmal warten. Manche Unternehmen reagieren sehr schnell (besonders bei Online-Bewerbungen) und schicken noch innerhalb der nächsten Woche Antworten raus, auf andere wartet man zum Teil Monate. Kommt euch die Wartezeit zu lange vor (mehr als 4 Wochen), könnt ihr anrufen und nachfragen, ob eure Bewerbung eingetroffen ist, aber ihr solltet auf keinen Fall drängeln. Auch Personaler haben zu tun und eure Bewerbung ist womöglich nicht die wichtigste Sache auf ihrem Tisch.

    Im nächsten Blogpost folgen noch ein paar mehr Informationen zur Bewerbungsmappe und dem Anschreiben.

    Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.

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    2.1 Wahl des Betriebes

    Beim BA-Studium sucht ihr euch nicht die Berufsakademie aus, sondern einen Ausbildungsbetrieb. Dieser immatrikuliert euch dann, ohne Betrieb kein Studium an der BA. 
    Um einen passenden Betrieb zu finden gibt es mehrere Möglichkeiten.


    1. Internet
    Sucht im Internet nach Betrieben, die duale Ausbildung für eure gewählte Studienrichtung anbieten. 
    Die HWR Berlin hat auf ihrer Website eine Liste von Ausbildungsbetrieben zu verschiedenen Studiengängen veröffentlicht (z.B. Bank, Industrie, Immobilien, Maschinenbau, etc.). Es gibt auch ähnliche Übersichten anderer Berufsakademien. 
    Scheut euch auch nicht davor, bei Marktführern nachzusehen, viele große Firmen haben die Förderung von BA-Studenten bereits für sich entdeckt. 
    Ihr solltet also nicht nur direkt über die Seite der Berufsakademie suchen, sondern einfach mal nach dem gewünschten Studiengang und Studienort googlen. Auf den Websites der Betriebe findet ihr meistens auch Angaben zur Bewerbung - eingeschickt oder online, was wird benötigt, an wen soll es gehen, etc. Diese Dinge sind wichtig und sollten beachtet werden.


    2. Messen
    Ich hatte selbst schon das Vergnügen, für mein Unternehmen auf einer Messe Interessenten informieren zu dürfen. Es hat wirklich Spaß gemacht, aber auch gezeigt, dass viele Jugendliche noch gar nicht wissen, worauf sie sich dabei einlassen würden.
    Wenn ihr also offene Fragen habt und die gerne vor Ort geklärt haben wollt, dann ist eine Abi-Messe optimal. Dort sind viele Leute aus der Praxis, die nur allzu gern von ihrem Alltag erzählen. 
    Natürlich wird man euch nicht ohne Nachfrage von den vielleicht negativen Aspekten des Studiums erzählen. Es sollen schließlich auch Leute gelockt und nicht abgeschreckt werden. Doch wenn ihr direkt fragt, was aus Sicht der Beteiligten z.B. in der Berufsakademie besser gemacht werden könnte, werdet ihr garantiert ehrliche, sinnvolle Antworten erhalten. 
    Auf solchen Messen stellt sich eine Vielzahl von Betrieben vor und wer Interesse hat, findet garantiert schon eine kleine Auswahl solcher, die infrage kommen können.


    3. Sonstige
    Nicht im Internet und nicht auf einer Messe? Wie dann?
    Zum Beispiel indem ihr in diesem Betrieb schon vorher gearbeitet habt, beispielsweise eure Ausbildung dort gemacht und nun weiter dort arbeiten wollt, aber auch gern die Zusatzqualifikation des Bachelors erhalten wollt. 'Nichts leichter als das' wäre zwar eine Lüge, aber(!) es geht.
    Hierbei müsst ihr euren Betrieb auffordern, sich bei der entsprechenden Berufsakademie einen Studienplatz für euch zu sichern (wie erwähnt immatrikuliert die Firma euch). Die BA hat dann einige Auflagen, die euer Betrieb erfüllen muss - diese unterscheiden sich je nach Berufsakademie. Auf Nachfrage sind sie allerdings zu erfahren. Und dann steht euch nichts mehr im Wege.
    Dieser Weg ist mit mehr Bürokratie verbunden, aber man spart sich den kompletten Bewerbungsstress.


    Die Vorauswahl der möglichen Betriebe solltet ihr euch noch nicht zu schwer machen: überlegt, an welchen Standort ihr gern möchtet, ob ihr gern in eine bekannte Firma wollt und was euch sonst wichtig wäre.
    Es ist kein Problem, eine Menge Bewerbungen zu verschicken  - solange ihr auch bereit seid zu den entsprechenden Terminen zu fahren, bzw. gewissenhaft und rechtzeitig abzusagen, wenn ihr es euch anders überlegt. Es ist schließlich auch möglich, dass einige Firmen erst sehr spät oder gar nicht antworten.




    Zum Übersichtspost geht es hier.

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    2. Erste Schritte

    In den folgenden Postings möchte ich euch schrittweise durch den Weg zu einem Dualen Studium führen.

    Geplante Blogposts in diesem Bereich:

    Solltet ihr Wünsche für zusätzliche Punkte haben, immer her damit!

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    1.7 Ist das duale Studium etwas für mich?

    In den vorangegangenen Blogposts sind nun also erstmal viele Vor- und Nachteile zusammengefasst. 
    Jetzt solltet ihr euch überlegen: Ist es das, was ich nach dem Abi / der Ausbildung / Zivi / Wehrdienst tun möchte? Ist es mir das wert? Möchte ich einen Großteil meiner Freizeit opfern

    Wer seine Freizeit genießt, sich manchmal einfach nicht motivieren kann, etwas für die Schule zu tun, oder wer gerne ausgiebig feiert, der sollte sich vor Augen führen, dass man bis auf wenige Urlaubswochen entweder eine Arbeitswoche oder eine Uniwoche vor sich haben wird. Es bringt nichts, diese Chance zu ergreifen, nur um sich dann demotiviert von Urlaub zu Urlaub zu hangeln
    Selbstmotivation und Durchhaltevermögen sind wichtige Punkte! Wenn es euch an diesen mangelt, denkt lieber zweimal nach. Lasst euch vor allem nicht in diese Schiene drängen -- Eltern mögen ja tolle Ratschläge geben, aber sie stecken nicht in eurer Haut.

    Schreckt euch all das nicht ab, dann nichts wie auf in den Bewerbungsstress!


    Meine Hauptmotivation war übrigens finanzielle Unabhängigkeit und die Berufserfahrung. Bisher wurde ich nicht enttäuscht.