Der dritte häufige Bestandteil eines ACs ist die Präsentation, die allein oder in Paaren gehalten werden kann.
Hierbei wird wieder ein Thema vorgegeben, ihr dürft euch vorbereiten und müsst dann der Aufgabe entsprechend eine ansprechende Präsentation halten.
Wieder geht es nicht so sehr um den Inhalt sondern darum, wie ihr euch 'verkauft' und ob ihr ein Gegenüber von euch und dem Produkt überzeugen könnt, auch wenn es vielleicht nicht ganz eure Interessen trifft.
Die Aufgaben können wieder sehr unterschiedlich sein, oft auch fachfremd. Es kann wieder um ein Produkt oder eine Firma gehen, die ihr vorstellen und 'an den Mann bringen' sollt. Im Anschluss folgen Fragen der Beobachter, die souverän beantwortet werden sollen.
Zu beachten
Stellt ihr in einer Gruppe vor, so verteilt die Redeanteile gleichmäßig. Beim Antworten könnt ihr vorher eine Reihenfolge festlegen oder euch mit Blicken verständigen. Schlecht kommt es, dem anderen ins Wort zu fallen oder zu lange Pausen nach Fragen entstehen zu lassen. Wenn ihr meint, die Frage sei falsch beantwortet worden, dann erklärt lieber nach Beendigen der Frage: "Es gäbe auch die Möglichkeit... / Ich möchte noch hinzufügen... " aber diffamiert auf keinen Fall euren Vortragspartner - das ist ein No-Go und fällt den Beobachtern natürlich auf.
Inhalt / Darstellung
Die Vorbereitungszeit von 30-60 Minuten wird sehr schnell um sein, deshalb muss effektiv gearbeitet werden. Überlegt die Inhalte der Präsentation und wie ihr sie optisch darstellen wollt. Ein Überblick ist immer hilfreich und Mittel dafür müssten euch zur Verfügung gestellt werden in Form von Beamer, OHP+Folien, Metaboard oder Flipchart. Nutzt mindestens ein Medium, nicht aber mehr als 2 oder 3.
Während ihr das Konzept überlegt und die grafische Darstellung erarbeitet, überlegt auch, was für Fragen kommen können. Bei einer Geschäftsgründung solltet ihr auch Zahlen im Kopf haben - wieviel Geld wollt ihr haben oder werdet ihr erwirtschaften? Welchen Markt gibt es für das Produkt, was für ein Wachstum ist voraussehbar? Es schadet nicht, einfach konkrete Fakten festzulegen, denn sollte später so eine Frage kommen, dann seid ihr vorbereitet und steht nicht erstmal schweigend und ratlos vor den Beobachtern.
Übertreibt eure Darstellung nicht. Es braucht keine zwanzig Farben - außer ihr eröffnet einen Künstlerbedarf. Ernste Themen benötigen auch eine seriöse Präsentation, während ein Spaßbad vielleicht eher lockere Vertreter braucht. Passt euch auf das Thema an.
Beim Auftreten ist wieder Natürlichkeit und Selbstsicherheit von zentraler Bedeutung. Agiert auch mit eurem Vortragspartner und zeigt dem Publikum, dass ihr voll hinter der Präsentation steht.
Dies ist der letzte Punkt der AC-Reihe. Ich hoffe, ich konnte euch ein paar hilfreiche Tipps vermitteln, wie ihr bei eurem nächsten Assessment Center punkten könnt. Wieder folgt ein Post mit eigenen Erfahrungen, dann ist die AC-Problematik abgeschlossen.
Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.
2.5 Assessment Center: Präsentation
2.5 Assessment Center: Rollenspiel
Das Rollenspiel findet nicht in der Gruppe statt, sondern ihr führt allein ein Gespräch mit einem der Beobachter, während ein anderer zuschaut.
Die Aufgaben können hier wie immer vielfältig sein, beispielsweise seid ihr ein Chef und habt ein Mitarbeitergespräch zu führen, oder aber ihr seid Vertriebsmitarbeiter einer Firma und müsst eurem Gegenüber ein Produkt verkaufen.
Auftreten
Wichtig ist es, selbstbewusst aufzutreten, egal welche Situation man vorgesetzt bekommt. Eine Mitbewerberin musste dem Gesprächspartner ihre Reinigungsfirma schmackhaft machen - da ist es egal, ob man sich damit identifiziert oder nicht.
Ihr solltet ruhig agieren und gut über eure Worte und Aussagen nachdenken. Macht klare Ansagen ("Die Zahnpasta kostet 1,59€") anstatt verschwommene Aussagen ("Am Preis können wir sicher noch was machen"). Das heißt nicht, dass ihr immer Nein sagen müsst. Vielleicht lassen sich auch Kompromisse finden ("Wenn Sie 1000 nehmen, dann ist der Transport und die Abholung kostenlos").
Überlegt euch keine zu komplizierten Bedingungen und haltet euch an die Vorgaben.
Beispiel
Nehmen wir doch gleich das Beispiel der Zahnpasta.
Was muss man sich überlegen?
- Preis
- Mengenangaben (wieviele sollen mindestens abgenommen werden)
- Lieferung/Abholen
- Rabatte
- ein 'Catch'
Mit diesen Tipps und einem sicheren Auftreten sollte das Verkaufsgespräch im Assessment Center problemlos über die Bühne gehen.
Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.
2.5 Assessment Center: Gruppendiskussion
Die Gruppendiskussion
Mittlerweile spreche ich aus Erfahrung wenn ich behaupte, dass diese Situation im Berufsleben immer wieder auftaucht. Man muss einen Zeitplan festlegen, eine Anforderungsanalyse vorbereiten, Präsentationen oder Projekte planen - und das alles in Gruppen. Wer sich nicht einbringen kann, oder anderen permanent über den Mund fährt, behindert die Arbeit mehr als er beiträgt. Also wird schon im AC überprüft, ob der Bewerber sich später gut einbringen kann.
Diese Aufgabe empfand ich als die wichtigste, zumal sie die erste bei uns war. Dort festigt sich schon ein erster Eindruck und wenn er gut ist, habt ihr schon die halbe Miete.
Hinweise, auf was geachtet werden soll, finden sich außerdem hier und hier.
Es gibt verschiedene Aufgabenmöglichkeiten, so kann euch ein Thema (und eventuelle eure Meinung dazu) vorgegeben werden oder eine Aufgabe mit einem klaren Ziel gestellt.
Meist gibt es eine Vorbereitungszeit von 10-20 Minuten und eine Bearbeitungszeit von bis zu einer Stunde.
Beispiel
Ein Beispiel, das ich in ähnlicher Form miterlebt habe, ist das Seenot-Spiel (Infos dazu hier)
Ihr seid mit eurer Gruppe in Seenot geraten, fahrt nun auf einem Rettungsboot irgendwo im Meer herum und habt keinen Plan, was ihr tun sollt, dafür eine Liste an Gegenständen, die ihr retten konntet. Nun sollt ihr euch einen Plan überlegen und für die Gegenstände eine Reihenfolge nach Prioritäten überlegen.
Die Gegenstände, die im Wiki genannt werden, sind:
- Angel samt Zubehör
- 10 Liter Dieseltreibstoff
- Harpune
- 4m² Kunststofffolie
- Moskitonetz
- Notrationen (Nahrung)
- 5m Nylonseil
- 2 Liter hochprozentiger Rum (80 %)
- 2 Kartons Schokolade
- Schwimmweste
- Seekarte
- Sextant
- kleiner Spiegel
- Transistorradio (inkl. Batterien)
- 20 Liter Trinkwasser
In der Diskussion müsst ihr euch dann gemeinsam auf eine Reihenfolge einigen und dabei natürlich überlegen, wie ihr vorgehen wollt.
Worauf es ankommt
Wichtig ist bei der Diskussion nicht, dass ihr immer euren Kopf durchsetzt. Im Gegenteil - ihr solltet zeigen, dass ihr euch auf Kompromisse einigen könnt, aber ebenso sinnvoll argumentieren. Es heißt nicht, dass ihr euch unterbuttern lassen müsst, nur um nicht als Dickkopf zu gelten.
Pluspunkte gibt es (angeblich) für die Person, die die Diskussion beginnt und die, die am Ende nochmal zusammenfassend die Liste vorliest. (ich habe keines von beidem getan und kam trotzdem weiter).
Negativ sind die Personen der Sparte schüchternes Pflänzchen, das nur etwas sagt, wenn es angesprochen wird, und die Dominanztiere, die nicht ausreden lassen und andere Meinungen grundsätzlich schlechtmachen.
Findet ein gutes Maß zwischen eigenem Einbringen und auf andere zugehen. Seid ihr der Diskussionsleiter, so bemüht euch, auch die Schüchternen einzubeziehen und von jedem Meinungen zu sammeln.
Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.
Eigene Erfahrung: Einstellungstest und Vorstellungsgespräch
Nun wo ich schon einiges allgemeines zu Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen geschrieben habe, möchte ich auch gerne von meiner persönlichen Erfahrung erzählen.
Ich bin nicht unbedingt ein Selbstvertrauen verströmender Mensch, der andere sofort für sich einnimmt, aber ich kann mit Worten umgehen und denke meist nach, bevor ich etwas sage (zumindest wenn es darauf ankommt).
Als ich wusste, dass ich ein duales Studium angehen wollte und auch, welche Richtung es sein sollte, informierte ich mich und fand doch immer nur die gleichen Phrasen und wenige Erfahrungsberichte - das wird hoffentlich mit diesem Blog geändert.
Ich bewarb mich erst nur bei einem einzigen, großen Unternehmen und nach der Absage (das lief alles sehr schnell, nach zwei Wochen war ich schon abgelehnt), verschickte ich 5-6 Bewerbungen.
Die Einstellungstests machten mir keine Probleme, im Gegenteil: meist verließ ich sie mit einem schlechten Gefühl, hatte aber doch bestanden. Wer sich halbwegs gut vorbereitet und in der Schule gut aufgepasst hat, sollte nichts zu befürchten haben.
Bei meinem ersten Vorstellungsgespräch war ich ein schreckliches Nervenbündel, konnte die Hände nicht ruhig halten und habe nicht immer bedacht geantwortet. Der Personaler war von der Sorte Fährtenhund oder eher -wolf. Er suchte gezielt nach Schwächen der Bewerber, versuchte, sie zu unbedachten Antworten zu bringen - und war meist erfolgreich. Er beeindruckte mich sehr mit diesem Gespür, und natürlich fand er auch etwas bei mir und stürzte sich regelrecht darauf. Vermutlich war das Gespräch da schon gelaufen. Ich gab ein paar dumme Antworten und rückblickend hätte ich mich wohl selbst auch nicht eingestellt. Jedenfalls erhielt ich schnell darauf besagte erste Absage.
Danach war es besser - mein nächstes Gespräch war ganz anders, in entspannter Atmosphäre und ruhig, man suchte nach Stärken und nicht nach Fehlern und am Ende erhielt ich konstruktives, ehrliches Feedback mit Hinweisen, wie ich in Zukunft besser auftreten könnte.
Hier erhielt ich gleich im Anschluss die Entscheidung - eine Runde weiter.
Und es stimmt, was man liest: etwas Übung schadet nicht und man wird von Gespräch zu Gespräch sicherer.
2.3 Einstellungstest
- klärt vorher ab, ob Taschenrechner erlaubt sind
- genug Stifte mitnehmen
- nicht selbst unter Druck setzen
Zum Übersichtspost 'Erste Schritte' geht es hier.